Kurze Geschichte

Die Evang. Gemeinde in Pinkafeld ist eine Toleranzgemeinde. Sie verdankt ihre Gründung dem Toleranzpatent Joseph II, der es 1781 für die Bewohner Ungarns erlassen hatte. Es gestand die Gründung einer Gemeinde und den Bau eines Bethauses dort zu, wo 300 evangelische Familien sich zusammenschlossen und die Verantwortung dafür übernahmen.

In Pinkafeld fanden sich 75, in Riedlingsdorf 114, Wiesfleck 46, Schreibersdorf 20, Schönherrn 15 und Aschau 42 Familien, insgesamt 312.

Am 1. 10. 1783 erfolgte die Gemeindegründung. Seit diesem Tag werden die Heirats-, Tauf- und Sterbebücher der Gemeinde geführt. Der neubestellte Pfarrer, Michael Schwarz , war schon im Dienst. Der Bethausbau begann.

So wie im Toleranzpatent vorgeschrieben, entstand ein großes Haus in einer Seitengasse, der Eingang war hofseitig gelegen, die Fenster klein und unscheinbar. Es war nicht erlaubt einen Glockenturm zu errichten.

Bereits 1785 wird das neue Gotteshaus bezogen. Es ist das Zentrum evangelischen Lebens und wurde nach und nach fertig gestellt.

1788 wurde für die erste Orgel gesammelt, 1798 der Altar aufgestellt: Beachtenswert ist das Halbrelief mit dem Gleichnis des vierfachen Ackerfeldes.

1800 wurde der Taufstein angeschafft.  Auf dem Deckel findet man die Darstellung von Johannes dem Täufer und Jesus.

1813 durfte ein Turm aus Holz gebaut werden,

1822 entstand der gemauerte Kirchturm.

Daneben waren das Schulhaus mit Pfarrer und Messnerwohnung errichtet worden.

Nach und nach waren in den so genannten Tochtergemeinden Schulen erbaut worden. Pinkafeld, die Muttergemeinde, beschäftigte von 1783-1938 fünfzehn verschiedene Lehrer. Die Schulen vermittelten Wissen, aber auch das evangelische Glaubensgut.

Zentrum des Gemeindelebens war und ist der sonntägliche Gottesdienst. Durch Lied, Liturgie, Gebet, Predigt, Abendmahl wird Gottes vergebende Liebe erfahren.

In der Zwischenzeit war das Bethaus fast 100 Jahre alt geworden, - Renovierung stand an. -1883 feierte die Gemeinde die Fertigstellung des Umbaus. - Eine Kirche präsentierte sich nun dem Ort, - der Turm war in das Gebäude eingebunden, große Kirchenfenster wurden eingefügt, innen waren Emporen eingezogen, und Stiegenhäuser eingebaut.

Herzliches Anliegen wurde der Gemeinde das traurige Schicksal von Waisenkindern. - Das Ehepaar Alexander und Amalia Putsch stiftete 1889 das Waisenhaus. Diakonissen aus Graz und Preßburg wurden die Pflegerinnen. Bis 1940 blieb das Waisenhaus der Gemeinde Auftrag und Anliegen. Es gab damals keine Möglichkeit es kirchlich weiterzuführen. Die Nationalsozialistische Wohlfahrt, griff danach und übernahm das Haus und die Kinder. Heute ist es das Diakoniezentrum- Burgenlandhaus, es ist die Heimstätte für alte, behinderte und pflegebedürftige Menschen.

Wie im ganzen Lande wurde 1938 die Evangelische Schule in Pinkafeld geschlossen.

Die letzte Renovierung der Evangelischen Kirche in Pinkafeld erfolgte 1986. Die gelungene Konzertorgel ist ein Neubau aus dem Jahre 2000.

Das Evangelische Gemeindezentrum wurde in den Jahren 1978-1981 errichtet. Das Dachgeschoss wurde 1994-1996 ausgebaut. 2002 gab es eine Renovierung. Die Vorplatzgestaltung der Kirche und der Carportbau wurden 2005 abgeschlossen.

Das Pfarrhaus wurde 1903 errichtet und 1984 renoviert.

Tochtergemeinde Riedlingsdorf

Die erste evangelische Schule wurde 1795 errichtet. Die zweite Schule 1849 mit Turm. Für den Bau des Gemeindezentrums wurde diese Schule verkauft und aus der anderen Schule das Gemeindezentrum mit  Kirche  (1974) gebaut.

Der Turm wurde optisch von Prof. Herbert Schügerl umgestaltet. Er thematisiert auch das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld. Die letzte Umgestaltung des Kircheninnenraumes erfolgte im Jahr 2003 durch Architekt DI Ernst Halb.

Tochtergemeinde Wiesfleck:

Im Jahre 1806 wurde die Evangelische Schule gegründet. 1873 gelang es, ein neues Schulhaus zu bauen. Eine Glocke wurde angeschafft, und am 26.10.1873 geweiht.
Im Jahre 1909 wurde es sogar möglich, eine zweite Schule zu erbauen.
Auch in Wiesfleck bedeutete das Jahr 1938 das Ende der evangelischen Schulen.
An Stelle der Turmschule wurde 1974 durch ein ökumenisches Aufbaulager eine Kirche erbaut. Der Turm blieb erhalten und steht nun frei. Die letzte Renovierung erfolgte außen 2000 und innen 2007.

Tochtergemeinde Schreibersdorf:

Von einer Schule, die auch von den evangelischen Kindern aus Schönherrn besucht wurde, hören wir erstmals 1830. Der Klassenraum ist heute als Gebetsraum für die Gottesdienste umgestaltet. Letzte Renovierung 1999.

Tochtergemeinde Schönherrn:

Das Mehrzweckgebäude, das als Treffpunkt für Gottesdienste, Geselligkeit, aber auch bei Beerdigungen dient, ist in kommunalem Besitz.

Oberhalb des Mehrzweckgebäudes befindet sich ein freistehender Turm mit Glocke.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. November 2011 um 23:50 Uhr